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Hybridveranstaltung Haus der Ingenieure, 1010 Wien

6. Fachtag Ethik

Menschliches Leben heute und morgen: von Geburt, Tod und Krise


Zu den Themen im Einzelnen:
Kinderwunsch und Wunschkind
Durch die Verbindung technologischer Fortschritte in der Genetik und in der Reproduktionsmedizin stehen uns heute immer mehr Möglichkeiten zur Verfügung, trotz Unfruchtbarkeit Kinder in die Welt zu bringen, aber auch bei früher Schwangerschaft schon Entscheidungen über das Ob und Wie eines heranwachsenden Kindes zu treffen. Zugleich stellen sich angesichts gesellschaftlicher Umwälzungen von Familienbild und Geschlechterrollen ethische Fragen, wer und bis zu welchem Alter Zugang zu reproduktionsmedizinischen Leistungen haben soll. Schlaglichtartig wollen wir zentrale Fragen der aktuellen Reproduktionsethik vorstellen und diskutieren.

Medizin und Klimawandel
Dass der Klimawandel die zentrale Herausforderung der heutigen und kommenden Generationen sein wird, dürfte inzwischen allen klar sein. Zu Recht setzen wir dabei auf technische, politische und soziale Lösungen, aber wie kann uns auch die Ethik helfen, dieser Herausforderung gerecht zu werden? Und welches kann der spezifische Beitrag von Fachkräften aus dem Gesundheitswesen hierzu sein? Denn nicht nur hat der Klimawandel dramatische Auswirkungen auf die Gesundheit, auch unser Gesundheitssystem ist eine Einflussgröße für den Klimawandel. Können sich Medizinethik und Klimaethik vielleicht sogar gegenseitig befruchten und voneinander lernen?

Assistierter Suizid
Der Assistierte Suizid ist derzeit in allen deutschsprachigen Ländern ein brandaktuelles Thema: das deutsche Bundesverfassungsgericht hob 2020 das Verbot der „geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“ auf, was eine Debatte über eine neue gesetzliche Regelung angestoßen hat. Der Entscheid des Österreichischen Verfassungsgerichtshofes im selben Jahr kam u.a. zu dem Ergebnis, dass es verfassungswidrig ist, jede Art der Hilfe zur Selbsttötung ausnahmslos zu untersagen, und der Straftatbestand der „Hilfeleistung zum Selbstmord“ gegen das Recht auf Selbstbestimmung verstößt. In der Schweiz gibt es zwar eine stabile liberale Praxis der Suizidassistenz, aber gleichwohl streiten Ärzte, Spitäler und Sterbehilfevereine über Zugangsregelungen. Kaum ein anderes Thema wird mit solchen konträren Positionen debattiert. Welche Folgen sind abzusehen, wenn das Recht auf Selbstverfügbarkeit bis in den Tod mit traditionellen Werten kollidiert, wie kann und soll Missbrauch verhindert werden, welche empirischen Daten können uns dabei eine Orientierung sein?

Zu allen drei aktuellen Themen werden Sie wieder hervorragende Referentinnen und Referenten aus der Schweiz, Deutschland und Österreich erleben und mit ihnen in einen regen Austausch treten können. Die Tagung richtet sich an alle Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen, aber wir freuen uns auch über andere Praktiker, Wissenschaftler, Studierende sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger.
 

OA Dr. Dietmar Weixler, MSc
Präsident & Vorsitzender der AG „Ethik in Palliative Care“
der Österreichischen Palliativgesellschaft

Prof. Dr. Dr. Ralf J. Jox
Institut des Humanités en Médecine,
Universität Lausanne, Schweiz
 

Weitere Informationen und die Anmeldemöglichkeit finden Sie in diesem Programm.