MITEINANDER BEWEGT

Nachlese - 2. Pädiatrischer Hospiz- und Palliativkongress in Österreich


DSA Bettina Pußwald, M.S.M, DSA Astis Schrag, M. A., DSA Irmgard Hajszan-Libiseller, DSA Brigitta Waltl (von l.n.r.)

MITEINANDER BEWEGT
2. Pädiatrischer Hospiz- und Palliativkongress in Österreich

Am 13. und 14. Juni 2019 fand der 2. Pädiatrische Hospiz- und Palliativkongress zum Thema „Miteinander bewegt“ in St. Virgil, Salzburg statt.

Die Vielfalt der Themen in diesem Bereich wurde durch ein umfassendes Programm dargelegt. Beginnend mit der Entwicklung, der Ist-Situation in Österreich, aber auch auf internationaler Ebene bis hin zu den Zukunftsvisionen des Kinderhospiz- und Palliativbereichs, wurde zwei Tage lang mit Expert*innen und Praktiker*innen nachgedacht, diskutiert und in Austausch gegangen. Nicht nur die hochkarätig besetzten Referate im Plenum, sondern auch die Workshops, in denen die Teilnehmer*innen sich noch intensiver einem Thema widmen konnten, waren gut besucht. Beim gemütlichen Abendprogramm mit feiner Musik und herrlichem Essen konnte man im lauen Sommerabend die Ideen und Anregungen des Tages weiter vertiefen, sich kennenlernen und den Abend würdig ausklingen lassen.

Erstmals gab es auch einen Workshop zum Thema „Sozialarbeit im palliativen Kontext – unverzichtbar“. Drei Expertinnen, Fr. DSA Irmgard Hajszan-Libiseller vom mobilen Kinderhospiz und Kinderpalliativteam MOMO in Wien, Fr. DSA Brigitta Waltl vom St. Anna Kinderspital in Wien und Fr. DSA Astis Schrag, M.A. vom Sterntalerhof in Loipersdorf-Kitzladen, Burgenland, erläuterten unter dem Vorsitz von DSA Bettina Pußwald, M.S.M., Leiterin der Arbeitsgruppe Palliativsozialarbeit der OPG, anhand von Fällen aus der Praxis ihren Arbeitsalltag.

Dabei wurde sehr schnell klar, welch komplexe Problemstellungen sich in den Familien ergeben und wie wichtig es ist, ein breites, fundiertes Wissen über Beziehungsstrukturen, Netzwerke und Kommunikationsstrukturen zu besitzen. Häufig gibt es ein großes Betreuungs- und Hilfsnetzwerk mit vielen unterschiedlichen Diensten, welche koordiniert und sinnvoll aufeinander abgestimmt werden müssen. Aber auch Beziehungsprobleme und Brüche sind immer wieder Thema und lösten häufig eine schwere Krise in einem ohnehin schon sehr fragilen System aus.

Darüber hinaus braucht es unbedingt ein Spezialwissen zu all den sozialrechtlichen und sozioökonomischen Fragen, mit denen die Sozialarbeit in diesem Bereich konfrontiert wird. Die Sozialarbeiterinnen erläuterten sehr anschaulich, wie individuell oft die Ansprüche auf bestimmte Leistungen sowie Zugänge zu speziellen Hilfs- und Heilmitteln sind und fachkompetent abgeklärt bzw. beantragt werden müssen. Häufig kommen finanzielle Probleme hinzu, welche nicht nur kurzfristig zu überbrücken sind, sondern langfristige Lösungen brauchen. Das Wissen um konkrete finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten bzw. kreative Wege, um Familien wirtschaftlich absichern zu können, gehört mitunter zu den herausfordernden Fragen, die nur in einem partizipativen Prozess mit der Familie gelöst werden können.

Hinsichtlich sozialrechtlicher Beratung und Begleitung stellt der deutlich wachsende Anteil an Betreuungen von Menschen mit Migrationshintergrund die Sozialarbeit vor neue Aufgaben. Fachkenntnisse zu den Themen Asyl, Fremdenrecht, Migration und kulturelle Diversität müssen ständig aktualisiert und den Gegebenheiten angepasst werden. Die Herausforderungen in diesem Bereich können jedoch nicht nur auf individueller Ebene gelöst werden, sondern bedürfen einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung und eines sozialpolitischen Willens. Es wird immer wichtiger, dass hier auch die Sozialarbeit klare Statements abgibt und Stellung bezieht.

Die zahlreichen Teilnehmer*innen lauschten aufmerksam den Inputs der drei Referentinnen und konnten einen kleinen Teilbereich des umfassenden Aufgabengebiets der Kinderhospiz- und Palliativsozialarbeit kennenlernen. Im Anschluss gab es eine angeregte Diskussion, für die die Zeit - wie so oft - viel zu kurz war.

Fr. DSA Irmgard Hajszan-Libiseller war des Weiteren als Expertin zum Thema „Odysseen in der Versorgung“ ins Plenum eingeladen. Sie hat in ihrem Referat die Sozialarbeit vorgestellt, die Besonderheiten und komplexen Aufgaben dieser Profession herausgearbeitet und gut nachvollziehbar dargestellt. Anhand von Praxisfällen konnte sie zahlreiche Odysseen, mit denen es die Sozialarbeit leider tagtäglich zu tun hat, aufzeigen, aber auch gut Gelungenes präsentieren.

Die Sozialarbeit im Kinderhospiz- und Palliativbereich hat somit einen wichtigen Beitrag zu diesem Kongress geleistet, ihre Fachkompetenz aufgezeigt und die Notwendigkeit, sowie Zugehörigkeit dieser Profession in diesem Tätigkeitsfeld untermauert.

Zwei intensive, lehrreiche, anregende und bereichernde Tage, in denen jeder Mann und jede Frau bedeutsame Einblicke in die wertvolle Arbeit dieses wichtigen Tätigkeitsfeldes gewinnen konnte, Expert*innen und viele in diesem Bereich Tätige ihr Wissen teilten und das hohe Engagement im Kinderhospiz- und Palliativbereich spürbar wurde.

Wir freuen uns schon auf den 3. Pädiatrischen Hospiz- und Palliativkongress!