Zitat Dr.in Martina Kronberger-Vollnhofer, MSc, Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde, Leitung MOMO Kinderpalliativzentrum Wien
Ein kleiner Unterschied in der Formulierung – und ein großer Unterschied in der Haltung. Was bedeutet es, wenn ein Kind möglicherweise vor seinen Eltern stirbt? Wenn eine Diagnose von einem Moment auf den anderen das Leben einer Familie verändert und Zukunftspläne, Hoffnungen und Selbstverständlichkeiten ins Wanken geraten? Und wie verändert sich dadurch auch der Blick auf das eigene soziale Umfeld?
In dieser Folge von „Sterben ist das Allerletzte“ spricht Rainer Simader mit Martina Kronberger-Vollnhofer, Leiterin des Kinderpalliativzentrums MOMO, über ein Thema, das unserer Vorstellung von der natürlichen Ordnung des Lebens widerspricht: Kinder mit lebensverkürzenden Erkrankungen und die Familien, die sie begleiten. Es geht um die Diagnose als tiefe Zäsur, um Rückzug, Einsamkeit und Überforderung. Aber ebenso um Lebendigkeit, Nähe, Hoffnung und die Frage, wie viel Leben selbst am Lebensende möglich ist. Martina Kronberger-Vollnhofer gibt Einblicke in die Kinderhospiz- und Palliativversorgung und erzählt, welche Unterstützung erkrankte Kinder, ihre Geschwister und Eltern benötigen.
Sie erklärt, wie die abgestufte Hospiz- und Palliativversorgung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene funktioniert und warum Entlastung für die betroffenen Familien so entscheidend ist. Dabei wird eines besonders deutlich: Kinder sterben nicht leichter als Erwachsene. Und auch jene, die sie begleiten, bleiben immer Lernende.
Ein eindrückliches Bild aus dem Gespräch beschreibt Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern als Reisende auf einer langen, kräftezehrenden Strecke. Was sie brauchen, sind Raststätten: Orte, an denen sie innehalten, durchatmen, neue Kraft schöpfen und Verantwortung für einen Moment abgeben können. Kinderhospiz- und Palliativangebote können genau solche Orte sein – wichtige Anlaufstellen und zugleich eine Form der Prävention gegen Überlastung. Eine Folge über das Unvorstellbare. Über das Aushalten und Loslassen. Über Unterstützung und Entlastung. Und vor allem über das Leben – bis zuletzt.
Sterben ist das Allerletzte – die Talkshow über das Leben und sein Ende nach einer Idee von Rainer Simader, MSc., Leiter der Bildung und Diversität bei Hospiz Österreich und Vorstandsmitglied der Österreichischen Palliativgesellschaft (OPG).
Zum Nachhören der Folge: Wenn Kinder sterben
Informationen zum MOMO Kinderpalliativzentrum findest du unter: https://www.kinderpalliativzentrum.at/
Entlastungsangebote für Kinder, Eltern und Geschwister findest du unter: https://www.kinder-hospiz.at/betroffe... Spezialisierte Hospiz- und Palliativangebote findest du unter: https://www.kinder-hospiz.at/einricht...
Quelle: Youtube
