Task Force Spiritualität

Der Vorstand der AG Spiritualität/OPG richtete im September 2024 eine interprofessionelle Task Force ein, um das Verständnis dessen, wie der Begriff «Spiritualität» verstanden und hinsichtlich «Spiritual Care» verwendet werden kann, zu klären.

Nach intensiver Auseinandersetzung mit der Forschungslage und externen Beratungen kamen die Mitglieder der Task Force zu dem Schluss, dass sie die im Jahr 2010 in der European Association for Palliative Care (EAPC) erarbeitete1, von Kammerer/Roser/Frick 2013 ins Deutsche übersetzte Definition von Spiritualität der gemeinsamen Arbeit in der AG Spiritualität/OPG zu Grunde legen und dieses Verständnis für die Arbeit in der OPG empfehlen möchten:

«Spiritualität ist die dynamische Dimension menschlichen Lebens, die sich darauf bezieht, wie Personen (individuell und in Gemeinschaft) Sinn, Bedeutung und Transzendenz erfahren, ausdrücken und/oder suchen, und wie sie in Verbindung stehen mit dem Moment, dem eigenen Selbst, mit Anderen/m, mit der Natur, mit dem Signifikanten und/oder dem Heiligen.»2 Dieses Verständnis von Spiritualität bietet nach Ansicht der Task Force einen der anthropologischen Annahme, dass Spiritualität grundsätzlich zum menschlichen Leben gehört3, entsprechenden Rahmen. Es gibt der individuellen Antwortsuche von Menschen Raum – ihren die materielle Dimension überschreitenden, existenziellen Fragen «Woher? Wohin? und Warum?».

Somit sieht die AG Spiritualität in dem Begriff «Spiritualität» den weiteren Raum der Sinnsuche, also keinen Gegenbegriff zu «Religion», «Religiosität» oder «Glauben», sondern den auch diesen inkludierenden, weiteren Rahmen, in dem sich die Konkretion des individuellen Verständnisses eigener Spiritualität ereignet. In der Spiritual Care-Praxis ist diese Definition somit situativ zu füllen.

Zugleich sieht die Task Force in dieser Definition die passende Grundlage für eine interprofessionelle sowie auch interreligiöse Kommunikation auf nationaler und internationaler Ebene.

Der Vorstand der AG Spiritualität/OPG ist durch Reinhard Grabenweger (Stationsleitung Pflege Kepler Universitätsklinikum, PhD Student) in der Task Force Spiritual Care /EAPC vertreten, was dem beidseitigen  Austausch zugute kommt.

Weitere Informationen finden Interessierte unter:

1. Spiritual Care in Austrian Palliative Care – a brief overview, https://view.pagetiger.com/btwpxiw 
2. Best, M., Leget, C., Goodhead, A., & Paal, P. (2020). An EAPC white paper on multi-disciplinary education for spiritual care in palliative care. BMC Palliative Care, 19(1), 9. doi.org/10.1186/s12904-019-0508-4
1 Vgl. Nolan S, Saltmarsh P,Leget C (2011) Spiritual care in palliative care: working towards an EAPC Task Force. Eur J Palliat Care 18(2):86–89.
2 Kammerer, T, Roser, T, Frick, E (2013) Spiritualität und Religion, in: Michalsen, A, Hartog, C S (Hg.): End-of-Life Care in der Intensivmedizin, Berlin/Heidelberg 2013, 139-145.
3 „Spirituality is an universal dimension of human beings...”, in: Best, M. et al.: An EAPC white paper on multi-disciplinary education for spiritual care in palliative care, 3. S. o. 2.