5.000 Kinder brauchen Palliativbetreuung

Österreichischer Kinderhospiz- und Palliativtag am 1. Juni - wien.ORF.at


Zum österreichischen Kinderhospiz- und Palliativtag am 1. Juni weisen zahlreiche Beteiligte und der Dachverband Hospiz Österreich darauf hin, dass gut 5.000 Kinder und Jugendliche weiterhin mehr Unterstützung brauchten.

Zwar hätten die neuen gesetzlichen Regeln von 2022 Fortschritte gebracht, allerdings brauche es noch deutlich mehr Unterstützung von Politik und Gesellschaft. Entlastet, so die einhellige Meinung, müssten gerade die Familien dieser kranken Kinder und Jugendlichen werden.

„Die gesetzliche Finanzierung bietet einen Rahmen, Spenden schaffen Möglichkeiten – deshalb spielen Spenden nach wie vor eine ganz wichtige Rolle, um die Hospiz- und Palliativbetreuung so individuell wie möglich zu gestalten, zu erweitern, zu verbessern und weiterzuentwickeln“, so Sonja Thalinger, Geschäftsführerin von Hospiz Österreich, in einer Aussendung.

Kinderhospiz Netz verlangt Ausweitung

Auch das Kinderhospiz Netz, 2005 Österreichs erste privat initiierte Einrichtung, die sich nach wie vor über Spenden finanziert, wies darauf hin, wie wichtig die Entlastung für die Familien in diesem Kontext sei. „Selbst gute Freunde haben uns gemieden, weil sie nicht wussten, wie sie mit diesem Thema umgehen sollen“, habe die Mutter eines schwerkranken Kindes berichtet, so die geschäftsführende Obfrau des Kinderhospiznetzes, Sabine Reisinger. Solche Sätze sollten der Vergangenheit angehören, betonte sie die Wichtigkeit von Kinderhospizeinrichtungen.

Mit dem Hospiz- und Palliativfondsgesetz, das Anfang 2022 in Kraft trat, wurden zahlreiche Verbesserungen in der Finanzierung von Kinderpalliativeinrichtungen erreicht. Das hört man von allen Beteiligten. Im stationären Bereich hingegen, so der Hospizverband, gebe es nach wie vor große Lücken.

Dringend, so der Hospizverband, sei die Einrichtung von österreichweit zwei, drei weiteren stationären Kinderhospizen für jeweils acht bis zehn Patientinnen und Patienten. Ausbaubedarf bestehe auch bei pädiatrischen Palliativbetten in Spitälern. Ziel ist für den Dachverband zumindest ein Standort mit pädiatrischen Palliativbetten in jedem Bundesland. Bis dato gibt es solche in fünf Bundesländern: Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Salzburg und Tirol.

In Wien hat sich in den vergangenen Jahren bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen, deren Ende absehbar ist, viel getan. Es fehlt aber auch hier an Personal – mehr dazu in wien.ORF.at.