In Vorarlberg müssen viele Pflegebedürftige warten. Knapp 230 Personen stehen aktuell auf der Warteliste für einen Platz im Pflegeheim – mehr dazu in Pflegeheime mit langen Wartelisten. Das hat Folgen für das System. In den Vorarlberger Landeskrankenhäusern berichtet man, dass sich dadurch der Druck erhöhe. Fehlen nämlich Plätze in den Pflegeheimen, müssen Patientinnen und Patienten sowohl im Hospiz als auch auf der Palliativstation länger betreut werden, als es krankheitsbedingt notwendig wäre, heißt es seitens der Krankenhausbetriebsgesellschaft.
Bleibende Warteliste
Die Folge: Es gibt Wartelisten. Beim Hospiz am See stehen in der Regel zwischen 15 und 20 Personen darauf. Mit 26 Personen hat man im Oktober sogar einen Höchststand verzeichnet, wie Brigitte Scheidbach, Leiterin des Hospizes in Vorarlberg, berichtet. Derzeit gibt es zehn Betten im Hospiz am See. Laut Scheidbach wäre eine Erweiterung auf zwölf Betten sinnvoll. Zwei zusätzliche Betten kosten aber Geld. Und dieses gibt es nicht.
„Aus den Mitteln, die Bund, Land und Sozialversicherungsträger im Rahmen des Hospiz- und Palliativfondsgesetzes zur Verfügung stellen, ist die Erweiterung nicht zu stemmen“, sagt Scheidbach. Auch das Land könne derzeit keine weiteren Mittel verfügbar machen. Daher werde die Erweiterung derzeit nicht verfolgt. Die Hospizversorgung in Vorarlberg ist über Spenden mitfinanziert.
Hoffen auf Tageshospiz
Entlastung könnte ein Tageshospiz bringen, sagt die Leiterin des Hospizes. Damit könnten Patientinnen und Patienten länger in ihrem häuslichen Umfeld bleiben, aber auch ihre Angehörigen würden entlastet.
Ein Tageshospiz ist wie eine Tagesbetreuung für Palliativpatientinnen und -Patienten, die noch mobil und transportfähig sind. Sie werden medizinisch und pflegerisch versorgt und auch beraten.
Der Strukturplan für die Hospiz- und Palliativversorgung in Vorarlberg sieht ein solches Tageshospiz vor, sagt Brigitte Scheidbach. Es gibt auch schon ein Konzept. Die Umsetzung scheitert aber am Geld. Die Leiterin des Hospizes in Vorarlberg berichtet allerdings von Überlegungen, ob man ein Tageshospiz-Angebot in ein oder zwei Pflegeheimen in Vorarlberg schaffen könne.
Ausbau der mobilen Palliativteams
Was die Palliativversorgung betrifft, hört man aus den Vorarlberger Landeskrankenhäusern, dass sie mit einem breiten Angebot gewährleistet sei. Es gibt zwei mobile Palliativteams, die seit November häufiger unterwegs sind, als zuvor – nämlich parallel an vier statt bisher an zwei Tagen die Woche. Bei Bedarf kann ein drittes Team hinzugezogen werden.
Die Basisversorgung mit Hauskrankenpflege, Hausärztinnen und Heimbetreuung funktioniere gut, auch die stationäre Versorgung, heißt es seitens der Krankenhausbetriebsgesellschaft. Aber auch im Palliativbereich gibt es wie im Hospiz eine Warteliste. Der Hauptgrund: die fehlenden Pflegebetten.
Quelle: Birgit Entner-Gerhold, vorarlberg.ORF.at
